02.04.2025

Hier ein guter Artikel von Anna Neef aus der Freie Presse …

Sportsgeist rettet Traditionsveranstaltung trotz klammer Stadtkasse
von Anna Neef

Weil die Große Kreisstadt Aue-Bad Schlema in finanziellen Nöten steckt, müssen auch die Organisatoren des hierzulande größten Volkslaufs improvisieren. Und können auf treue Partner bauen.

Aue – Fünf Kilometer schnellen Fußes durch die Innenstadt von Aue-Bad Schlema. Im besten Fall mit dem Chef und den Kollegen an der Seite: Für dieses besondere Team-Erlebnis steht der Firmenlauf Erzgebirge seit vielen Jahren. Die 18. Auflage am 28. Mai sollte also ein Selbstläufer werden? Nicht ganz. Die Große Kreisstadt plagen Geldsorgen. Weil der Haushalt nicht besiegelt und die Kasse klamm ist, zog sich die Kommune als Sponsor zurück. Guter Rat war plötzlich teuer. Doch Carsten Schmidt und das Organisationskomitee sind guter Dinge. „Wir bekommen das hin”, sagt er.
Treue Partner springen in die Bresche
Bedauerlich sei der Rückzug der Stadt trotz allem. „Denn die Zusammenarbeit war immer eine sehr gute.” Leistungen im Wert von 3500 Euro fehlen nun aber. Zuletzt hatte die Kommune Verkehrstechnik oder Streckenposten gestellt und die Gebühren für die Anmeldung erlassen. Das ist laut Stadtsprecherin Jana Kurwig aktuell nicht möglich, „weil Zuwendungen freiwilliger Art wie diese derzeit nicht übernommen werden können”. Aufgrund der angespannten Haushaltssituation sei die Kommune in allen Bereichen zum Sparen angehalten.
Die Bedeutung des Firmenlaufs, der stets um die 1500 Teilnehmer in die Brückenstadt lockt, ist laut Kurwig groß. „Es ist ein Event, das weit über die Grenzen der Stadt hinauswirkt und unserem Ruf als Sportstadt des Erzgebirges alle Ehre macht.” Der Volkslauf verbinde Generationen. „Es ist toll, dass es Menschen gibt, die so etwas in Aue organisieren.” Die Lücke, die durch den kommunalen Rückzug entsteht, ist derweil geschlossen. „Wir können auf einen zuverlässigen Partner bauen, der uns seit vielen Jahren bei diesem Ereignis begleitet”, sagt Schmidt. Die Rede ist vom Professional Security Service (PSS) aus Aue, der beim Firmenlauf Erzgebirge traditionell nicht nur zahlreiche Mitarbeiter ins Rennen schickt, sondern stets auch sicherheitsrelevante Aufgaben übernimmt.
Startgebühren leicht erhöht
Derer werden es nun noch einige mehr. „Zum Beispiel mit Blick auf Streckensicherung, Ordnerposten, Auf- und Abbau”, sagt Ronny Eberhart von PSS. Schon von Anfang an sei die Sicherheitsfirma beim Firmenlauf dabei. „Ob dienstlich oder aktiv im Teilnehmerfeld.” Solch ein Event vor der Haustür zu haben, sei Luxus. „Wir nutzen es als teambildende Aktion. Viele unserer Mitarbeiter trainieren sogar extra daraufhin.” Daher sei es selbstverständlich, die Organisatoren intensiver als bisher zu unterstützen.
Eine weitere Maßnahme, um den Ausfall der Stadt zu kompensieren: Die Startgebühren wurden um 1,90 Euro erhöht. „Ich denke, das kann jeder verschmerzen”, so Schmidt. Zudem begab er sich auf die Suche nach einem weiteren Sponsor und hofft, dass alle anderen Unterstützer dem Firmenlauf Erzgebirge die Treue halten. „Denn sonst wird es für uns immer schwerer, dieses Großereignis auf die Beine zu stellen.” Für den Vorabend des Männertags in diesem Jahr sei alles auf den Weg gebracht. Der Startschuss am 28. Mai fällt 19 Uhr. Dreh- und Angelpunkt ist einmal mehr der Anton-Günther-Platz. Von da aus begeben sich die Läufer auf den fünf Kilometer langen Innenstadt-Kurs und werden nicht nur sportlich alles geben.
Sonderpokale heiß begehrt
So steht der Firmenlauf Erzgebirge auch für Kreativität: Gekürt werden am Ende nämlich nicht nur die Schnellsten. Auch die Pokale in den Sonderkategorien sind begehrt. Dazu gehören das beste Outfit, der schnellste Chef/die schnellste Chefin, die sportlichste Firma mit den meisten Teilnehmern, die Grand Dames mit dem höchsten Gesamtalter und die „schwersten Jungs”, die zusammen das höchste Gesicht auf die Waage bringen. Die Meldeliste füllt sich stetig. Noch gut zwei Monate sind es bis zum Startschuss. „Wir freuen uns auf einen erneut spannenden Lauf, der allen Teilnehmern hoffentlich wieder richtig Spaß und Freude bereitet”, sagt Schmidt. (ane)

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